Beratungsbeispiel Münster – Vernetzung verstärken

Münster, 23. Dezember 2020. Die kreisfreie Stadt Münster in Westfalen mit knapp 310.000 Einwohnern ist Zentrum des gleichnamigen Regierungsbezirks. Mit 55.000 Studierenden gehört Münster zu den zehn größten Universitätsstädten Deutschlands. Der Ausländeranteil liegt in Münster bei unter 10%.

In Münster gibt es viele aktive Eine Welt-Initiativen und Migrantenselbstorganisationen (MSOen). Auch das Eine Welt Netz NRW hat in Münster seinen Hauptsitz. Obwohl es gute Strukturen der Unterstützung gibt, wie z.B. den Beirat für kommunale Entwicklungszusammenarbeit oder den Integrationsrat der Stadt, fehlt es dennoch an einer regelmäßigen Zusammenarbeit zwischen den Eine Welt-Gruppen und den MSOen.

Der Wunsch der Kommune war es, die Eine Welt-Initiativen und die entwicklungspolitischen aktiven oder interessierten MSOen miteinander zu vernetzen. Dadurch sollte eine dauerhafte gemeinsame Arbeitsgruppe aus erfahrenen und interessierten Akteuren in der Entwicklungspolitik entstehen, die einmal jährlich eine entwicklungspolitische Veranstaltung plant und durchführt. Zu dieser Veranstaltung sollten alle BürgerInnen der Stadt eingeladen werden. Die Stadt erhoffte sich dadurch eine erhöhte Partizipation von Menschen mit Migrationsbiographien.

Zwei MiGlobe-Beratende übernahmen die Kontaktaufnahme zu Mitgliedern der MSOen und zu Akteuren aus dem Eine Welt-Bereich. Sie waren maßgeblich an der Planung und Durchführung einer Auftaktveranstaltung zur interkulturellen Öffnung kommunaler Entwicklungszusammenarbeit beteiligt, die im Juni 2018 stattfand. Darauf aufbauend begleiteten die Berater den Prozess zur Gründung einer Steuerungsgruppe, die sich künftig gemeinsam für entwicklungspolitische Themen einsetzen will.

Durch die Auftaktveranstaltung konnten viele MSOen Einblicke in die kommunalpolitische Entwicklungsarbeit der Stadt gewinnen. Es wurde deutlich, dass zwar viele Gruppen aktiv sind oder es werden möchten, ihnen jedoch in einigen Bereichen Wissen oder Kompetenzen fehlen. Die Beratung wurde daher erweitert, um gemeinsam mit einer Steuerungsgruppe Ideen zu sammeln, wie die Vereine gestärkt und qualifiziert werden können bzw. welche Bedarfe und Unterstützung die Akteure benötigen, um stärker entwicklungspolitisch zu agieren. Auf dem interkulturellen Stadtfest, das jährlich vom Integrationsrat der Stadt organisiert wird, fand eine Podiumsdiskussion zum Thema kommunale Entwicklungspolitik statt. Auf zahlreichen weiteren Veranstaltungen in Münster konnten die Berater kommunale entwicklungspolitische Themen einbringen und viele Akteure für Prozesse der entwicklungspolitischen Arbeit gewinnen.

„Einer der nächsten Schritte wird sein, dem Prozess eine Struktur zu geben.“ Susanne Rietkötter, Beirat für kommunale Entwicklungszusammenarbeit der Stadt Münster.

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